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Miha Larisi: Wir müssen unsere Arbeit und unseren Honig mehr wertschätzen

Miha Larisi: Wir müssen unsere Arbeit und unseren Honig mehr wertschätzen

Miha Larisi ist Imker aus der Region Gorenjska (Oberkrain), genauer gesagt aus Grabče. Er liebt die Natur und Tiere. Wir haben telefoniert, als er gerade mit der Arbeit bei seinen Bienen fertig war. Wir sprachen über seine Anfänge als Imker, wie er sich Wissen und Erfahrung angeeignet hat, wie bewusst den Menschen die Bedeutung der Bienen ist und über die Qualität von slowenischem Honig.

Wie hat Ihre Geschichte als Imker begonnen?

Angefangen hat es damit, dass ich zu Hause Obstbäume gepflanzt habe – aber es gab keine Bienen. Mit einem kleinen Anstoß meiner Schwiegereltern habe ich dann beschlossen, ein Bienenvolk zur Bestäubung aufzustellen. So sind aus einem Volk 14 Völker bei mir und 10 bei meinen Schwiegereltern geworden. Das ist nicht meine Haupttätigkeit, sondern mein Hobby neben dem Beruf.

Sie haben also aus der Notwendigkeit heraus mit der Imkerei begonnen, wenn ich das richtig verstehe?

Notwendigkeit war es eigentlich nicht, eher Neugier. Hier bei uns ist die Imkerei sehr beliebt. Ich war also schon als Kind von Imkerei umgeben und fand sie immer spannend. Ich mag Tiere generell sehr. Vor sieben Jahren habe ich dann begonnen, mich etwas ernsthafter mit der Imkerei zu beschäftigen.

Wo haben Sie sich Ihr erstes Wissen über die Imkerei angeeignet?

Zuerst habe ich einen Kurs für Imker-Anfänger beim Slowenischen Imkerverband besucht. Dort habe ich einige nützliche Informationen bekommen. Außerdem habe ich viele Bücher gelesen und auch einige Imkerforen – die habe ich aber wieder aufgegeben, weil sie einen eher verwirren, als dass man etwas Vernünftiges lernt.

Da ich mit Magazinbeuten arbeite und nicht mit den für Slowenien typischen traditionellen Bienenstöcken, hatte ich keinen Mentor. Ich habe mir das meiste selbst aus Büchern und dem Internet beigebracht. Unter anderem habe ich das Buch eines sehr bekannten und erfolgreichen Imkers gelesen, in dem ich einen Spruch gefunden habe, der mir sehr gefallen hat: Der Imker tut etwas und denkt, die Bienen werden es so machen – aber die Bienen machen immer, was sie wollen. Letztlich ist die Biene ein Wildtier, das noch niemand gezähmt hat.

Heute Vormittag waren Sie bei Ihren Bienen. Was ist um diese Jahreszeit am Bienenstand zu tun?

Gerade entwickeln sich die Völker sehr schnell. Vor der Tracht müssen sie gut vorbereitet werden. Die Bienenvölker breiten sich im Brutraum aus, auf manche Beuten setzen wir Honigräume, wir verhindern das Schwärmen … Das Schwärmen ist zwar ein schönes Naturphänomen, für den Imker aber eher unerwünscht, wenn er die Zahl der Völker nicht vergrößern möchte.

KLEINES IMKER-WÖRTERBUCH

BIENENVOLK: die Gemeinschaft der Bienen in einem Bienenstock. Ein Bienenvolk hat eine Königin, Arbeiterinnen und Drohnen. Ein Stock zählt meist zwischen 5.000 Bienen im Winter und bis zu 70.000 Bienen zur Hochsaison.

SCHWÄRMEN: die natürliche Vermehrung von Bienenvölkern. Dabei teilt sich das Volk in zwei Teile. Ein Teil bleibt im Stock, der andere verlässt ihn.

Welche Arbeit im Jahr ist Ihnen die liebste?

Natürlich das Honigschleudern, denn dann wissen wir, dass sich die Mühe des ganzen Jahres zumindest ein bisschen gelohnt hat. Das ist sicher das Ziel jedes Imkers. Auch ein Schwarm ist ein wunderbares Erlebnis, wenn vor dem Bienenhaus alles schwarz vor Bienen ist. Aber das Honigschleudern ist bestimmt das am meisten erwartete und schönste Ereignis. Die letzten beiden Jahre waren allerdings sehr schlecht. Ich habe gerade so viel Honig geerntet, dass wir uns zu Hause etwas versüßen konnten – und vielleicht noch ein Glas für Freunde und Bekannte.

Ich möchte auch das Bewusstsein der Allgemeinheit für Bienen und Imkerei ansprechen. Wie sehen Sie das?

Das ist ein Thema, mit dem man sich wirklich eingehender beschäftigen müsste. Viele Menschen halten Honig für etwas Feines – die traurige Wahrheit ist aber, dass Honig zu den am häufigsten gefälschten Lebensmitteln gehört. Meist handelt es sich um Zuckerlösungen, oft um Maisstärke, die Bienen irgendwo in China in einen Honig-Ersatz verwandeln. Dieser „Honig“ kommt sehr billig zu uns, im Laden zahlen wir aber 10 € dafür.

Genau danach wollte ich Sie fragen. Ist uns Slowenen bewusst, was wir kaufen und welchen Wert slowenischer Honig hat?

Dieses Bewusstsein ist kaum vorhanden. Das Problem beginnt schon bei den Imkern selbst. Im Laden findet man slowenischen Honig kaum unter 18 €. Viele Imker verkaufen ihren Honig aber für 6 €. Da stellt sich die Frage: Schätzen die Imker ihre Arbeit nicht, oder verkaufen sie Quasi-Honig?

Ich finde es extrem wichtig, dass zuerst die Imker ihre Arbeit wertschätzen und ihr Produkt entsprechend bepreisen. Der Imkerverband veröffentlicht auch Preisempfehlungen, an die ich mich halte. Meinen Honig verkaufe ich ab 12 €.

Es gibt auch eine starke Initiative, die Kennzeichnung auf den Gläsern zu ändern. Oft steht dort „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Dahinter verbirgt sich gefälschter Honig aus aller Welt. Der Imkerverband setzt sich zusammen mit dem Ministerium für mehr Transparenz ein, bei der die tatsächlichen Herkunftsländer angegeben werden. Das würde auch Käufer dazu bringen, sich zu fragen, welchen Honig sie kaufen – Honig bekannter Herkunft oder eine Mischung fragwürdiger Herkunft.

Für mich steht immer an erster Stelle, dass der Honig für mich und meine Kinder gut ist.

Mir hat sehr gefallen, dass Sie erwähnt haben, zu den wenigen zu gehören, die einen ökologischeren Ansatz in der Imkerei verfolgen.

Genau. Ein Zertifikat habe ich allerdings nicht und habe auch nicht vor, eines zu erwerben – damit sind nämlich viele Kosten und viel Papierkram verbunden. Vielleicht irgendwann in der Zukunft, wenn ich die Produktion vergrößere.

Jetzt denke ich vor allem daran, dass dieser Honig in erster Linie für mich und meine Kinder ist. Deshalb ist es mir wichtig zu wissen, dass er nichts Schädliches enthält. Das ist mein wichtigster Grundsatz.

Zum Schluss: Teilen Sie mit uns eine interessante Tatsache, von der Ihrer Meinung nach zu wenige Menschen wissen?

Uff, das ist eine ziemlich schwierige Frage. Vielleicht nur so viel: Wir sind uns zu wenig bewusst, wie stark und wertvoll die Natur ist. Wir schätzen sie zu wenig und hinterlassen zu viel Müll.

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